Körpertherapie für Reiter und Reiterinnen
Eine gewisse Grundfitness und ein gutes Körpergefühl sind für das Reiten unerlässlich. Als Reiter sollte man sich durchaus die Frage stellen „Wie (er)trägt mich mein Pferd?“ und eventuell an dem eigenen Körpergefühl arbeiten.
„Die vornehmste Aufgabe eines guten Sitzes ist es, das Pferd nicht zu stören. Ein unruhiger asymmetrischer Sitz kann beim Pferd zu großem Unbehagen führen, sogar Schmerzen auslösen, und es schließlich in seinem gleichmäßigen, ungebundenen Bewegungsablauf behindern. Wird ein Pferd über längere Zeit von einem schlecht sitzenden Reiter geritten, kann das zu schlimmen Verspannungen führen und schließlich in gesundheitlichen Problemen gipfeln.“
(Zitat Anja Beran aus „Der Dressursitz“)
Reiterinnen-Check – dein Einstieg in bewussteres Reiten
Dein Sitz ist das Ergebnis deiner Körperorganisation – nicht nur deiner Technik.
Dieser Check gibt dir eine strukturierte Selbsteinschätzung zu den wichtigsten Einflussfaktoren im Reiten und zeigt dir, wo dein persönliches Entwicklungspotenzial liegt.
Wenn der Körper „vergisst“: Sensomotorische Amnesie im Sattel
Oft wissen wir theoretisch genau, wie wir sitzen sollten, doch unser Körper setzt es nicht um. Die Ursache hierfür ist häufig eine sogenannte Sensomotorische Amnesie.
Durch Fehlhaltungen, Verletzungen oder chronischen Stress „vergisst“ das Gehirn, wie sich bestimmte Muskeln entspannen lassen. Diese Muskeln verharren in einer Dauerspannung, die wir bewusst nicht mehr steuern können. Im Sattel äußert sich das als:
- Ein blockiertes Becken, das die Bewegung nicht durchlässt.
- Hochgezogene Schultern oder fest klemmende Oberschenkel.
- Ein asymmetrischer Sitz, den wir selbst als „gerade“ wahrnehmen.
Mein Ansatz: Physiotherapie & Pohltherapie®
Um diese unbewussten Blockaden zu lösen, kombiniere ich klassische Physiotherapie mit der Pohltherapie®. Mein Ziel ist die Optimierung deines Reitersitzes durch eine gezielte Bewegungsschule. Wir arbeiten nicht gegen den Körper, sondern schulen das Nervensystem neu.
Wir wirken mit unserem Sitz immer auf das Pferd ein. Wir können es blockieren oder aus dem Gleichgewicht bringen – wir können ihm aber auch mit minimalem Körpereinsatz den Weg zeigen und es unterstützen.
Meine Arbeit umfasst verschiedene Elemente, die fließend ineinandergreifen:
- Pohltherapie®: Aktives Lösen von Dauerspannungen in Muskeln und Bindegewebe, um die sensomotorische Amnesie aufzuheben.
- Gezielte Physiotherapie bei bestehenden gesundheitlichen Beschwerden.
- Koordinations- & Beweglichkeitstraining für eine geschmeidige Mittelpositur.
- Atem- & Entspannungstechniken, um den Dialog mit dem Pferd zu verfeinern.
- Gleichgewichtsschulung & Kraft-Ausdauer, damit du dein Pferd stabil und doch beweglich einrahmst.
Weitere Tipps:
- Tipp 1: Nehmen Sie Sitzschulungen an der Longe
- Tipp 2: Lassen Sie sich beim Reiten filmen
- Tipp 3: Gehen Sie öfter ins Gelände ausreiten
Ein Beispiel, das fast jede Reiterin kennt: Das „Einknicken in der Hüfte“
Stell dir vor, dein Reitlehrer sagt dir immer wieder: „Sitz mehr auf den inneren Gesäßknochen, knick nicht in der Taille ein!“ Du versuchst es korrigieren, doch nach zwei Zirkelrunden bist du unbewusst wieder in das alte Muster zurückgefallen.
Was ist da los?
Hier liegt oft eine sensomotorische Amnesie der seitlichen Rumpfmuskulatur vor. Durch jahrelange Fehlhaltung im Alltag (z. B. am Schreibtisch) oder eine alte Verletzung ist die Muskulatur auf einer Seite so dauerhaft angespannt, dass dein Gehirn diese Spannung als „normal“ und „gerade“ abspeichert.
Das Ergebnis im Sattel:
- Du spürst nicht mehr, dass du schief sitzt.
- Dein Pferd reagiert irritiert, weil deine Gewichtshilfen widersprüchlich sind.
- Du versuchst dich mit Kraft gerade zu halten, was zu neuen Verspannungen führt.
Mit der Pohltherapie® machen wir genau diese „vergessenen“ Muskeln wieder spürbar. Wir lösen die Dauerspannung im Bindegewebe und in der Muskulatur auf, sodass dein Gehirn wieder die volle Kontrolle über deine Symmetrie zurückgewinnt. Erst wenn du dich wieder spüren kannst, kannst du auch dein Pferd korrekt führen.










