Darf ich mit einer Rektusdiastase überhaupt reiten?
Viele Frauen stellen sich nach einer Schwangerschaft diese Frage.
Die Antwort ist nicht einfach Ja oder Nein. Entscheidend ist nicht allein die Breite einer Rektusdiastase, sondern vor allem, wie gut die Bauchwand und die Körpermitte ihre Funktion erfüllen.
Reiten stellt besondere Anforderungen an den Körper. Eine bewegliche und gleichzeitig stabile Körpermitte ist wichtig, um die Bewegungen des Pferdes aufzunehmen, das Gleichgewicht zu halten und die Hilfen fein zu dosieren.
Fühlen sich Frauen nach einer Schwangerschaft instabil, haben Rückenschmerzen, einen schwachen Beckenboden oder das Gefühl, „nicht mehr in ihrer Mitte“ zu sein, kann sich dies auch im Sattel bemerkbar machen. Häufig zeigen sich Schwierigkeiten beim Aussitzen, mangelnde Stabilität im Rumpf oder das Gefühl, sich festhalten zu müssen.
Dabei geht es nicht darum, auf das Reiten zu verzichten. Vielmehr lohnt es sich, die Funktion der Körpermitte genauer zu betrachten:
- Wie arbeiten Bauchwand, Zwerchfell und Beckenboden zusammen?
- Kann die Körpermitte Belastungen angemessen auffangen?
- Ist genügend Beweglichkeit und gleichzeitig Stabilität vorhanden?
- Welche Bewegungs- und Spannungsmuster haben sich entwickelt?
Eine Rektusdiastase kann auch Jahre nach einer Schwangerschaft noch Beschwerden verursachen oder das Körpergefühl beeinflussen. Gleichzeitig erleben viele Frauen deutliche Verbesserungen, wenn sie lernen, ihre Körpermitte wieder bewusster wahrzunehmen und sinnvoll zu trainieren.
Reiten kann dabei sogar ein wertvoller Bestandteil des Weges zurück zu mehr Körpergefühl, Balance und Stabilität sein – vorausgesetzt, die individuellen Voraussetzungen werden berücksichtigt.
Denn letztlich geht es nicht nur um die Frage, ob eine Rektusdiastase vorhanden ist.
Sondern darum, wie sicher, stabil und vertrauensvoll sich eine Frau in ihrem Körper bewegen kann – im Alltag und im Sattel.



