Fast jede Reiterin wünscht sich einen lockeren, ausbalancierten Sitz.
Fast jede Reiterin wünscht sich einen lockeren, ausbalancierten Sitz.
Wir möchten die Bewegung unseres Pferdes fein begleiten, harmonisch mitschwingen und mit möglichst unsichtbaren Hilfen reiten.
Doch oft fühlt sich genau das schwer an.
Vielleicht kennst du Sätze wie:
„Schultern zurück.“
„Sitze gerade.“
„Mehr Körperspannung.“
„Aktiviere deinen Core.“
Diese Hinweise können hilfreich sein.
Aber sie beantworten für mich als Physiotherapeutin eine viel wichtigere Frage nicht:
Warum bewegt sich dein Körper überhaupt so, wie er sich bewegt?
Warum mehr Training nicht immer die Lösung ist
Natürlich sind Kraft, Beweglichkeit und Koordination wichtig.
Doch manchmal versuchen wir, ein Bewegungsmuster zu verändern, ohne die Ursache zu verstehen.
Dann trainieren wir gegen den Körper – statt mit ihm.
Deshalb beginne ich in meiner Arbeit nicht mit der Frage:
„Welche Übung brauchst du?“
Sondern mit:
„Was erzählt mir dein Körper?“
Wie bewegst du dich?
Wie atmest du?
Wie beweglich sind dein Brustkorb und dein Becken?
Wie verteilst du dein Gewicht?
Welche Bewegungen fallen dir leicht – und welche nicht?
Erst wenn wir diese Zusammenhänge verstehen, können Veränderungen nachhaltig werden.
Ein ausbalancierter Sitz entsteht nicht allein durch Muskelkraft.
Er entsteht, wenn dein Körper beweglich ist, atmen kann und sich an die Bewegung deines Pferdes anpassen darf.
Deshalb spielt Körperwahrnehmung für mich eine so große Rolle.
Denn nur was wir wahrnehmen, können wir auch verändern.
Wir kümmern uns als Reiterinnen mit viel Liebe um unsere Pferde.
Wir achten auf ihre Gesundheit, ihr Training und ihr Wohlbefinden.
Doch wie oft schenken wir unserem eigenen Körper dieselbe Aufmerksamkeit?
Dabei ist er die wichtigste Verbindung zwischen dir und deinem Pferd.
Jede kleine Veränderung in deinem Körper kann sich auf eure gemeinsame Bewegung auswirken.
Deshalb lade ich meine Patientinnen und Kursteilnehmerinnen immer wieder dazu ein, zunächst bei sich selbst anzukommen.
Nicht mit Druck.
Nicht mit Perfektion.
Sondern mit Neugier.
Mein Wunsch für dich
Beim nächsten Stallbesuch musst du nichts verändern.
Beobachte einfach einmal:
- Wie stehst du neben deinem Pferd?
- Wie atmest du?
- Wo hältst du vielleicht unbewusst Spannung?
- Wie fühlt sich dein Becken an, bevor du aufsteigst?
Vielleicht entdeckst du etwas, das dir bisher nie aufgefallen ist.
Und genau dort beginnt Veränderung.
Nicht mit mehr Training.
Sondern mit einem besseren Verständnis für deinen eigenen Körper.



