In meiner Praxis für Pohltherapie® in Cham begleite ich Menschen mit CMD dabei, die Zusammenhänge ihrer Beschwerden zu verstehen und gezielt zu verändern.
Kieferbeschwerden sind weit verbreitet – und dennoch werden sie häufig unterschätzt.
Die sogenannte Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) beschreibt eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Muskulatur und Nervensystem.
Viele Betroffene leiden unter Beschwerden, die auf den ersten Blick nicht mit dem Kiefer in Verbindung gebracht werden – und suchen oft lange nach einer passenden Erklärung.
Unter CMD versteht man eine funktionelle Störung im Bereich des Kausystems.
Das bedeutet: Es liegt nicht zwingend eine strukturelle Schädigung vor, sondern eine veränderte Regulation von Muskelspannung und Bewegung.
Der Kiefer ist dabei kein isoliertes System.
Er steht in enger Verbindung mit:
- der Halswirbelsäule
- der Nacken- und Schultermuskulatur
- der Atmung
- dem gesamten Haltungssystem
CMD kann sich sehr unterschiedlich äußern. Häufige Beschwerden sind:
- Kieferknacken oder -reiben
- Schmerzen im Kiefer oder Gesicht
- Spannungskopfschmerzen
- Nacken- und Schulterschmerzen
- eingeschränkte Mundöffnung
- Zähneknirschen (Bruxismus)
- Tinnitus oder Ohrdruck
- Schwindel
Auffällig ist, dass die Beschwerden oft nicht nur lokal im Kiefer, sondern im ganzen Körper auftreten.
Aus heutiger Sicht spielt bei CMD häufig eine erhöhte Muskelgrundspannung eine zentrale Rolle.
Unbewusste Dauerkontraktionen – zum Beispiel durch Stress, emotionale Belastung oder langanhaltende Fehlhaltungen – können dazu führen, dass:
- der Kiefer permanent unter Spannung steht
- Bewegungen eingeschränkt werden
- Schmerzen entstehen oder sich verstärken
Das Nervensystem bleibt dabei oft in einem Zustand erhöhter Aktivierung.
Der Kieferbereich ist neurophysiologisch besonders sensibel.
Er ist eng mit dem limbischen System (emotionales Zentrum) und dem autonomen Nervensystem verbunden.
Deshalb zeigen sich Stress, Anspannung oder innere Belastung häufig zuerst im Kiefer:
- Zähne zusammenbeißen
- Pressen
- unbewusstes Anspannen
Diese Muster laufen oft automatisiert ab – ohne bewusste Wahrnehmung.
Die Pohltherapie® setzt genau an diesen funktionellen Zusammenhängen an.
Im Fokus stehen:
- das Erkennen unbewusster Spannungsmuster
- die Behandlung von Muskel- und Faszienkontraktionen
- die Schulung der Körperwahrnehmung
- die Verbesserung der Bewegungsqualität
Der Kiefer wird dabei immer im Zusammenhang mit dem gesamten Körper betrachtet.
Ziel ist es, dem Körper zu ermöglichen:
- Spannungen im Kiefer- und Gesichtsbereich zu reduzieren
- Beweglichkeit wiederherzustellen
- begleitende Beschwerden im Nacken und Rücken zu verbessern
- die Selbstregulation des Nervensystems zu unterstützen
Die Patient:innen werden aktiv in den Prozess einbezogen und lernen, ihre Spannungsmuster besser wahrzunehmen.
Bei Beschwerden im Kieferbereich sollte immer auch eine zahnärztliche oder kieferorthopädische Abklärung erfolgen.
Die Pohltherapie® versteht sich als ergänzender Ansatz, insbesondere bei funktionellen Beschwerden ohne klare strukturelle Ursache.

